Dieser Hotelkasten (Hotel Eden) in Nervi/Genua gehörte der Familie Fanconi-Klainguti aus Samedan. Im Sommer bewirtschaftete sie ihre Hotels in St. Moritz und Samedan, im Winter an der milden italienischen Riviera. Auch die Pagoda, rechts im Bild, gehörte einer Schweizerin, die auf abenteuerliche Weise nach Genua kam, um ein chinesisches Restaurant zu eröffnen. Wir schreiben die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts…

Genova

Es sind nur 2 Schritte bis nach Nervi (Genua). Es fehlt bloss der richtige Reiseführer…

Der Obwaldner Franz Josef Bucher machte seine erste Million (Lire) in Genua indem er die Tram elektrifizierte und eine Standseilbahn auf die genueser Righi – jahwohl: RigHi – baute.

In den Archiven in Genua und bei uns in der Schweiz schlummern noch viele Geschichten zur Schweizer Auswanderung nach Genua. Weshalb gibt es in Genua eine Via Grenchen? Wie kommt die Schweizer Bahnhofsuhr auf die Türe des Uhrengeschäfts mitten in Genua? Weshalb findet sich im Schaufenster der Pasticceria Klainguti die Torta Engadina? … Genua hat viel, sehr viel zu bieten. Wir gehen auf Entdeckungsreise.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Lesewanderbuch zu Genua im Rotpunktverlag

Genua: das Meer der Schweiz!

Ein Projekt von Prisca Roth und Guadench Dazzi

Wer in den engen und verwinkelten Gassen Genuas, in einer der grössten Altstädte Europas, die Orientierung verliert, dem raten die Genueser: "Cammina sempre in giù", laufe immer abwärts und früher oder später gelangst du zum Hafen. Die meisten von uns kennen diese Hafenstadt jedoch nur als Ort um aufzubrechen, um mit einem Schiff auf Kreuzfahrt oder nach Sardinien auszulaufen. Genua ist jedoch auch ein wunderbarer Ort um einzulaufen, anzukommen und zu verweilen. Denn wer einmal durch die unzähligen vicoli und carruggi gelaufen ist, wer die imposanten Schatten und die fragilen Himmelsstücke in den endlosen Gassen auf sich einwirken lässt, sich den Gerüchen von Welt, Globalisierung und lokalem Urin aussetzt, wer erlebt, wie sich die Distanziertheit in Ehrlichkeit und Direktheit umwandelt, sobald die genuesische Kellnerin merkt, dass man sich für ihre Stadt interessiert, wer dies nur ansatzweise erlebt, dem offenbart sich eine Stadt, die einmalig ist in Italien.

In gut fünf Stunden ist man von Zürich aus per Zug in Genua und somit entdecken immer mehr Reisende diese äusserst faszinierende und vielfältige Stadt. Einen deutschsprachigen Reiseführer zu Genua in Buchform sucht man vergebens – Genua ist jeweils "nur" ein Kapitel in den Reiseführern zu Ligurien.

 

Wir wollen es mit „unserem“ Reiseführer jedoch wie Heinrich Federer halten, der 1904 folgendes schrieb:

 

«Gewiss soll man alles Schöne und Grosse, soweit man es vermag, sich ansehen. Aber der allgemeinen Suggestion, die vielleicht schon hundert- oder tausendjährig ist und wie eine Tyrannin mit ihrer eigenwilligen Meinung auf uns allen drückt, der allgemeinen Suggestion, dies sei das Schönste, jenes das Lohnendste, dieser Suggestion sollte man sich endlich entziehen können. […] Daher empfehle ich nicht, Bücher über Italien zu lesen. Man gehe und lese Italien selbst. […]. Die Historia freilich, die Historia des Landes sollte man studieren. Die alte aus den Büchern, die neue aus dem Volksmunde und den Zeitungen.»

 

Unser Reiseführer soll verschiedene Stadtrundgänge anbieten, welche Orte, Geschichten, Personen, historische und aktuelle Bezüge und Einsichten miteinander verweben. Speziell daran wird die Tatsache sein, dass wir die Leserinnen und Touristen anhand der Schauplätze, welche von SchweizerInnen in den letzten 250 Jahren mitgestaltet und geprägt wurden durch die Hafenstadt führen wollen. Denn, das haben wir bei Recherchearbeiten in Schweizer Archiven und während einiger Aufenthalte in Genua festgestellt, die Spuren, welche die Schweizer AuswanderInnen in Genua hinterlassen haben, sind noch immer sichtbar. Sie vermitteln uns interessante und spannende, ja manchmal sogar verblüffende Einblicke in Zeiten, in denen unseren Vorfahren die Gratwanderung zwischen Idealismus und Pragmatismus besonders gut gelang und ihre Anpassungsfähigkeit an die genuesischen Verhältnisse bei gleichzeitiger starker Verbundenheit mit der Heimat beeindrucken.

Cu cha la tuorta "Engadina" es riveda a Genova: clicca co!

Cosa hanno scoperto i marinai svizzeri a Genova: ascolta!

Prisca erzählt im Radio SRF über das Projekt: höre!

Das Bündner Tagblatt und die Südostschweiz berichten über das Projekt: zum nachlesen!

Wie die Bündner Nusstorte bei der Grillparty im Centro Svizzero di Genova ankam: erfährt man hier auf S. 13

Sind Sie an einer Kulturreise nach Genua interessiert? Programm und Anmeldung finden Sie: hier!

Tel: 081 353 11 45 | prisca.roth@gmx.ch